Immer das Gleiche.

Text von Frank Hellenkamp

Lesen? Im Internet?

Es wird wahnsinnig viel am Bildschirm gelesen: Emails, News, Blogs, Nachschlagewerke. Doch Literatur am Bildschirm ist immer noch ein Stiefkind im Internet (obwohl es schon einige Versuche dazu gegeben hat). 

 

Doch die Dinge, die sich einigermaßen erfolgreich sind, gehören vielfach dem Genre "Fan-Fiction" an, der vom gestandenen Kulturbetrieb klassischerweise nicht ernst genommen wird. »Literaturtechnisch« ist dies korrekt, als gesellschaftliches Phänomen wohl eher nicht. 

 

Die Zeit hat kürzlich in einem Dossier lamentiert, dass zu wenig gelesen wird, und dazu noch die Lesekompetenz schwinden würde. Sogar Bücher von Astrid Lindgren müssten vereinfacht werden, um in manchen Schulen noch gelesen werden zu können.  

 

Man kann das ernst nehmen oder übertrieben als Kulturkrieg abtun, der schon zu jeder Zeit in irgendeiner Form geführt wurde. Oder man macht einfach das, was pragmatisch am sinnvollsten sein mag. Lesen und Schreiben, etwas für die eigene Sprachkompetenz tun und wenn möglich auch noch ein wenig auf andere dabei abfärben. 

Es ist immer das Gleiche.

Mit immerdasgleiche.de nun also mein eigener bescheidener Versuch, Menschen dazu zu bringen, sich Zeit zu nehmen, einen Moment zu verweilen und nicht nur schnell überfliegbare Information, sondern wirkliche Sprache wahrzunehmen, zu lesen und zu empfinden. 

 

Die Texte: In der Regel kurz (ich nenne sie »shorties«) bis zu maximal mittellang wie in »Das Hospiz«

 

Das Layout: Möglichst einfach, schwarz auf weiß, mit einer zurückhaltenden Navigation, komplett skalierbar und versehen mit speziellem Print-Stylesheet, so dass sich die einzelnen Texte auch bequem ausdrucken lassen. 

 

Dazu ein paar online-spezifische Features: 

  • Ein kleines Spiel mit den Auszeichnungsmöglichkeiten: Fette und kursive Auszeichnungen werden anders dargestellt — größer, und in anderer Schrift. 

  • Eine für den Leser zugreifbare Historie. Die Texte werden nicht nur in der letzten überarbeiteten Version angezeigt, sondern vorherige Versionen stehen genauso zur Verfügung. Über die Zeit sollte sich im Idealfall ein kleiner Einblick in die Werkstatt des Autoren ergeben (wie etwa in Michael Endes »Zettelkasten« oder Nabokovs »Das Modell für Laura«), was einem ja normalerweise eher verwehrt wird. Teil davon sind auch Textfragmente, die noch nicht abgeschlossen sind, nichtsdestotrotz aber gelesen werden können und sollen. 

  • Und ("last but not least"): Die Texte werden unter einer liberalen CC-Lizenz veröffentlicht, so dass die Texte auch von anderen in anderen (nicht-kommerziellen) Kontexten benutzt werden dürfen. 

 

Interessante Kleinigkeit am Rande: 

Die meisten Benutzer kommen momentan (natürlich) über Google und in diesem Fall zum Stichwort »Hospiz«, »Hospiz am Meer« oder »Hospiz Patient Tagebuch«. Ich weiß nicht, ob und wie weit sie lesen. Aber der üblichen Vorstellung von Hospiz dürfte das Ganze auf jeden Fall nicht entsprechen... ;-) 

 

Viel Spass also beim Lesen, kritisieren und weiterempfehlen auf: immerdasgleiche.de